Dienstag, 15. Juli 2008

meine heimreise

montag, 14. juli 2008 um 6:46 wuchtete ich meinen letzten koffer aus meiner wohnung und brachte in den folgenden zwei minuten geschätzte 50 kg gepäck verteilt auf 5 koffer und taschen umgeschnallt zu dem zug, der mich um 6:53 nach lux-stadt bringen sollte.

angekommen am bahnsteig zehn des luxemburger bahnhofs. angekommen auf einem bahnhof, der sämtliche beschreibungen verdient, aber keinesfalls folgende: fortschrittlich, bequem, rollstuhlgerecht, mit aufzug oder rolltreppen ausgestattet, sinnig. dem mangelnden sinn verdanke ich auch die aktion, mit gepäck vom bahnsteig zehn, die treppen nach unten zu rumpeln, um dort bei der departure-anzeige festzustellen, dass mein nächster zug vom bahnsteig zehn abfährt. prima! dem mangelnden aufzug bzw. mangelnden rolltreppen verdanke ich den umstand schon um 8:24 uhr fix und fertig in den zug richtung koblenz einzusteigen. nochmal prima! quer durch deutschland brachte mich meine reise über frankfurt, nürnberg, würzburg und passau nach linz. von sommerwetter hinein in die wolken und den regen. natürlich hatte ich verstanden, dass es nach hause ging - ich saß ja schließlich im zug mit dem endziel freistadt. aber alles sah schon aus wie freistadt und umgebung... luxemburg sowieso und bayern halt auch. erst in passau, als ich das erste österreichische autonummerschild sah (es war eines von salzburg-land), kam ich langsam in österreich an.

mein EFD ging offiziell bis zum 15. juli 2008, zu hause erwartete man mich auch erst am vormittag des 16. juli. niemand außer julia (schwester) wusste, dass ich schon zwei tage früher eintreffen sollte. so konnte ich meine eltern und marlene wunderbar überraschen.


ich trete nach zehn monaten ausland, nach aufenthalten in zwei dermaßen gegensätzlichen ländern, die endgültige heimreise an. ich bereue keinen tag und schon gar nicht meine entscheidung zu diesem jahr. es war nicht immer leicht, es war nicht "alles geil" - das behaupte ich auch gar nicht - aber zum schluss überwiegen die positiven, guten erfahrungen und erinnerungen in ähnlichem maße, wie israel und luxemburg unterschiedlich sind.




schrank_leer

now it's done, it's over
i pack my bags and i'll go

people come to get to know you
my time's up i have to leave

fridge is empty - trash is out
train is leaving there's no doubt

i'll go back where i come from
i'll go back where i belong...

Sonntag, 13. Juli 2008

meine abschiedsfeier

ich war sehr unschlüssig, ob ich zum ende meines EFDs hin eine abschluss-/abschiedsfeier machen sollte. durch theateraufführungen und die anstehende cube-sommerpause war noch viel zu erledigen und ich habe beinahe die zeit übersehen. außerdem wäre ich in dieser knappen zeit trotzdem alleine zuständig gewesen, die reste einer party zu beseitigen und meine wohnung sauber zu hinterlassen. auf jeden fall reichten meine essensvorräte eindeutig noch länger als mein luxemburgaufenthalt und meine liebgewonnenen luxemburg-menschen hätte ich per zufall nicht mehr getroffen. so habe ich mich (recht kurzfristig) entschlossen, das eine mit dem anderen zu verbinden. am samstag vor meiner abreise gab es in meiner wohnung ein kleines reste-essen. und weil dieser ausdruck grausig klingt und auch den sinn dieser veranstaltung verdeckt, möchte ich es lieber als abschluss-abendessen bezeichnen.

spielplatz

liam und sandra kamen schon etwas früher um mir beim kochen zu helfen und um mir gesellschaft zu leisten. etwas stockend am anfang kam die feier erst abends nach einem touristenrundgang durch troisvierges und das eintreffen von vangelis und monika richtig in schwung.

wir saßen abwechselnd in einem anderen zimmer meiner wohnung, hörten musik, spielten gitarre, tranken bier, aßen meine vorräte auf und ich war sehr glücklich mit der entscheidung, meine sechs luxemburg-monate nicht einfach ausbluten, sondern vernünftig und ein bisschen offiziell im kreis guter bekannt- und freundschaften ausklingen zu lassen.

maren und eva, die beiden übriggebliebenden aus dem volontärshaus in lux-stadt verpassten ihren letzten zug und blieben so wie die anderen auch bei mir. sieben leute... ob jemals soviele leute auf einmal in der volontärswohnung in troisvierges genächtigt haben bleibt fraglich. :) maren und eva schliefen bis 5:16 uhr (erster zug in die stadt) im bunker, sandra im zweiten schlafzimmer, liam in meinem zimmer auf dem boden und vangelis und monika auf meinem wohnzimmerteppich.

gemeinsames sonntagsfrühstück.
so_mo

schon samstagnacht um halb zwei haben sandra und ich in einem unerklärlichen motivations- und energieanflug alle poster, aufkleber und bilder abgenommen, am sonntag ging es weiter mit dem finalputz: drei bäder, staub saugen, wäsche waschen, küche...

liam und sandra kamen früher als alle anderen und blieben auch länger. ich war froh, dass sie mich mit dem kofferpacken nicht alleine ließen und mir einfach bei dem ganzen abschieds-kram ein bisschen beistand leisteten. um 16:45 musste ich mich von sandra verabschieden und um 18:14 verließ liams zug den bahnhof von troisvierges. der tag hatte bewölkt und sehr wechselhaft begonnen, um 18:15 stand ich irgendwie ratlos in der sonnigen abendstimmung am bahnhof und wusste nicht genau wie mir geschehen war. dass der EFD in luxemburg und damit sechs monate absolute eigenständigkeit, autonomie, auf-mich-allein-gestellt-sein und mich-selbst-beweisen in einem fremden land zu ende sein sollten, so weit war mein hirn noch nicht...


das (fürs erste) letzte foto von uns dreien:
li_sa_pa
liam (italien), sandra (deutschland) und ich.

Samstag, 5. Juli 2008

mein brüssel

luxemburg, amsterdam, lissabon, paris und jetzt noch brüssel. in sehr kurzer zeit war ich in vielen europäischen hauptstädten. ich glaube, irgendwo bei den zielen von EFD steht was von europa kennenlernen... - ziel erfüllt, würde ich dazu sagen! :)

brüssel also. am freitag war mein vorletzter arbeitstag im cube und im laufe des nachmittags fragte mich christine (meine arbeitskollegin) was ich abends denn vorhätte. als antwort konnte ich nur die schultern heben und etwas wie öhm... noch nicht wirklich was, murmeln. ich sah das aufblitzen und die spontanität in ihren augen und das nächste woran ich mich erinnern kann war die feststellende frage wir fahren nach brüssel?! eine halbe stunde lag zwischen idee und abfahrt. wir packten noch sarah (vom theater - siehe letzter eintrag) und daniel, einen freund von christine, ein. zwei sehr unterhaltsame autostunden lag brüssel entfernt. wunderschöner sommerabend und eine begeisterte christine, die sich freute uns ihre studienstadt zeigen zu können.

br_pa_sar

br_pa_sar1

wir schlenderten durch die belebten straßen, vorbei am königspalast zum grande place, kauften belgische schokolade, besuchten das manneken piss und gingen ins goupil le fol - eines der chaotisch-sympathischten cafés, das ich je gesehen habe.

br_chr_sar

ich erkannte einige straßen und geschäfte wieder - ich war ja vor zwei jahren mit meiner schulklasse schonmal hier. im vergleich zu luxemburg stadt ist es in brüssel sehr schmutzig... luxemburg stadt ist aber auch unübertroffen sauber. wie es mir da erst in wien gehen wird...? :)

um ein uhr fuhren wir wieder nach hause. eindeutiger pluspunkt vom kleinen luxemburg: es ist so klein, dass man unglaublich schnell in anderen ländern und städten ist. naja, es liegt wohl eher an der zentralen lage als an der größe des landes, dass es solche fahrzeiten gibt:

brüssel: 2 autostunden
paris: 2h 10min im zug
amsterdam: 3h 15min mit zug
london: 5h 30min mit zug
zürich: 5 zugstunden
trier: 45min im zug
köln: 2 autostunden
strasbourg: 2 zugstunden
nancy: 1h 30min im zug

Dienstag, 1. Juli 2008

mein nimm2

meine schauspielerei

als ich im november 2007 die zusage für EFD in einem theater in luxemburg bekommen habe, kamen nach dem stadium freude über EFD-zusage und freude über theater, das stadium gedanken über die leute, die arbeit - kurz: was kommt auf mich zu? ich erwartete, in einem theater hinter die kulissen zu schauen, mitzubekommen, was der gemeine theaterbesucher nicht sieht, weiß oder ahnt. ganz dezent im hinterkopf war auch die überlegung, ob ich selbst zum theaterspielen kann/darf/werde. diese frage beantwortete sich schon im märz, als mich frau simon (directrice des cubes) fragte, ob ich eine rolle in dem jugendtheaterstück möchte, welches ich vorbereiten helfe. die schauspielfrage war also erstmals mit ja beantwortet. es ging aber noch weiter! :) ende april wurde die möglichkeit besprochen, mit wenigen schauspielern ein kindertheaterstück aus dem GRIPS-theater berlin auf luxemburgisch, deutsch und französisch in schulen in luxemburg aufzuführen. aus den schulen kamen positive rückmeldungen und so suchte sich frau simon schauspieler zusammen und bereitete bella, boss und bulli vor. alles dreht sich um die 10-jährige bella (sarah grunert), die mit ihrer mutter (frau simon) umzieht und in der neuen stadt den finanziell reichen und sozial armen viktor (mich) kennenlernt, der vom rowdy namens bulli (sebastian gasper) erpresst wird. hilfe bekommen die kinder vom hausmeister (jean-marc calderoni).

bbb

bella, boss und bulli wurde teilweise von deutsch auf luxemburgisch und französisch übersetzt und auf unsere möglichkeiten abgeändert. gestern (30. juni) war der tag der premiere. in der schule von hosingen (auf luxemburgisch hosen) spielten wir in zwei tagen vor insgesamt 180 kindern drei aufführungen.

ich konnte von den vielen theater- und filmerfahrungen der anderen vier schauspielern sehr profitieren und war beeindruckt von der probendisziplin und -konzentration. das stück in den letzten beiden tagen auf die bühne zu bringen war natürlich der einzig logische abschluss unserer theaterarbeit - endlich wieder bühne! :) ich hatte das gefühl schon sehr vermisst!

erkenntnis: habe ich wiedereinmal bemerkt, wie wichtig es im berufsleben ist, beziehungen zu haben und leute zu kennen...



über meine figur viktor komme ich zur nächsten überschrift: mein bart. bis auf wenige ausnahmen haben kinder keine bärte, deswegen passten sebastian und ich uns unseren figuren an. am sonntag gings meinem maturareise-initations-bart an den kragen. ich stand vorm spiegel und legte nach und nach mein kinn und meine oberlippe frei und amüsierte mich dabei - aus nach wie vor ungeklärter ursache - köstlich.

ras

Dienstag, 24. Juni 2008

mein nationalfeiertag

der 23. juni ist in luxemburg ein großer feiertag; der nationalfeiertag nämlich. luxemburg ist ähnlich wie großbritannien eine konstitutionelle monarchie. mit dem kleinen unterschied, dass in lux nicht der/die königIn das staatsoberhaupt ist, sondern einE großherzogIn (momentan großherzog HENRI). gesetze macht die abgeordnetenkammer.

zurück zum feiertag am 23. juni. vor ca. 250 jahren begann man mit der tradition, den geburtstag des herrschers groß in der öffentlichkeit zu feiern. bis 1961 richtete man sich dabei klarerweise nach den geburtstagen der großherzöge, in diesem jahr wurde der 23. juni schließlich als fixer feiertag für luxemburg festgesetzt und seitdem beibehalten. henri muss sich jetzt feiern lassen - völlig egal, dass er am 16. april geburtstag hat...

jedes jahr ist am vorabend des nationalfeiertags in ganz luxemburg party pur angesagt. in der stadt werden vor jeder bar stühle und tische nach draußen gestellt, DJs aus den verschiedenen diskos bringen musik, anlagen und beleuchtung. es werden bühnen für musikkapellen und -gruppen aus ganz luxemburg aufgebaut. ladenbesitzer verkaufen draußen ihre waren. so war es zumindest in diesem jahr. wie das aussieht wenn es regnet, weiß ich nicht.

überall werden fahnen geschwenkt und von einem tag auf den anderen wird das als arbeitswütig und brav verschriene luxemburg zu einer großen tanzenden stadt.

200.000 leute
1 party
bis in den morgen
nat_party

so ein bisschen gesunder patriotismus: stolz die fahne zeigen zu können, ohne gleich rot zu werden oder sich problematischen nationalismus vorwerfen lassen zu müssen, würde österreich auch ganz gut tun.

um halb zwölf machte moneyland luxemburg seinem namen alle ehre und zeigte mit einem gewaltigen feuerwerk, wie gut es ihm (dank EU und bankgeschäften) geht.

nat_party1


der nationalfeiertag selbst ist ein sehr förmlicher tag. es gibt dem großherzog zu ehren einige paraden und für familien feiertagsaktivitäten (kindertheater, pony reiten, karussell etc.) sonst ist es ein eher ruhiger tag. (es schlafen ja auch alle. :))

petrusstal

wir waren nachmittags ein bisschen im petrusstal und im grund unterwegs, saßen im gras, freuten uns über das schöne wetter und ließen unsere partynacht gemütlich ausklingen.

ptal

fast hätte ich meinen zug verpasst. da war dann statt ausklingen lassen kurz laufen angesagt. :)

Sonntag, 22. Juni 2008

mein familienbesuch

mein letztes luxemburg-monat ist angebrochen. ich fühle mich wohl und zuhause hier, kenne mich halbwegs gut aus im ländle und weiß, was ich beim einkaufen sagen muss. die optimale zeitpunkt, um mama, papa und julia meine luxemburger welt zu zeigen. letzten mittwoch standen sie plötzlich (weil früher als ausgemacht) in der abendsonne im cube. ich war aber noch mitten in der theaterprobe und musste sie noch für eine halbe stunde in die aufregende umwelt von marnach schicken.

die kommenden tage hatte ich glücklicherweise frei. zwei tage waren wir in stadt luxemburg. seit ich hier bin, wollte ich die kasematten (die unterirdischen gänge und räume unter der alten luxemburger festung) besichtigen. mit zumindest zu einem drittel an geschichte interessierten anhang, (für die, die es nicht wussten: papa ist geschichtelehrer,) wurde dieses vorhaben letzte woche endlich umgesetzt. lux-stadt ist keine weltstadt; nur ca. 100.000 menschen leben hier. durch grenzgänger und pendler sind wochentags weit mehr als doppelt soviele menschen in der stadt unterwegs.

die meisten sehenswürdigkeiten liegen nah beisammen: die altstadt mit ihren plätzen (place d'armes, place guillaume), ihren kirchen (notre dame, saint michel), dem palais des großherzogs, der corniche und dem denkmal gëlle fra (= nicht geile, sondern goldene frau). zur adolphe-brücke, in den grund und zur abtei neumünster ist es von da nicht weit. im europaviertel kirchberg ist alles zwar riesengroß, pompös und weitläufig, aber das optisch aufregende liegt komprimiert auf einen platz: mudam (musée d'art moderne) und die philharmonie. unzählige banken und europäische institutionen, wie zum beispiel der europäische gerichtshof, der europäische rechnungshof, die europäische investitionsbank und der rat der europäischen union findet man zwar auch, doch bleibt (zumindest optisch) vieles in den unscheinbaren büros auf dem kirchberg-plateau verborgen.

palais

die ganze zeit nur lux-stadt wäre aber doch etwas langweilig gewesen. vor allem aber auch unsinnig weil sich mein arbeits-EFD-leben ja im cube im marnach bzw. rund um meinen wohnort troisvierges abspielt. theaterführung im cube, fotoausstellung family of men in clervaux und ein prächtiges bio-henderl (4,5kg !!) von meinem metzler. luxemburg pur: ein biologisches nahrungsmittel zum puren luxemburgischen preis von wohlgenährten 40 euro!


in meinem penthouse konnte ich die drei schön unterbringen. mama, papa und julia haben die perfekte zeit für ihren besuch gewählt. ideales wetter um die stadt zu erkunden, aufgrund des anstehenden nationalfeiertags ein sehr lebendiges luxemburg in feierlaune. überall wurden bühnen aufgebaut. hier und da gabs musik, viele geschäfte hatten stände auf den straßen und unfassbar viele menschen drängten sich durch die straßen und machten die altstadt zu einem unglaublich lebendigen und wuseligen haufen. mama und julia hatten viel zu schauen - papa und ich verbrachten die damit einhergehende wartezeit mit eisessen.

in luxemburg ist alles teuer. alles, außer benzin, alkohol, zigaretten und der öffentliche verkehr. um zwei euro pro person einen ganzen tag im ganzen land zugfahren und alle öffentlichen verkehrsmittel nutzen - das gibts nur in luxemburg.

fam_bahnhof

Dienstag, 17. Juni 2008

meine EM

ich bin zwar 900 km entfernt von daheim und all dem fußball-zirkus, der mich noch nie ausgiebig interessiert hat, aber der EM entgehe ich trotzdem nicht (ganz). deutsches (privat-)fernsehen und nachrichten von orf.at und derstandard.at verhindern ein EM-freies leben.

gestern erreichte das ganze seinen höhepunkt in der aufregung vor dem spiel österreich-deutschland. von spielerbeleidigungen auf beiden seiten, über cordoba-träume und patriotismus, bis zu den geheimplänen der beiden teamchefs gabs auch einen link zu einem artikel von dirk stermann, dem deutschen kabarettisten, der in wien lebt und über die kulturellen unterschiede und seine erfahrungen als deutscher in österreich schreibt: stermann - ein piefke in der alpenrepublik

weil es ja wirklich schön anzuschauen ist, wie österreich den deutschen eine vor den latz knallt, kam ich gestern nicht umhin, mir die highlights vom cordoba-spiel von 1978 wieder einmal anzusehen.




gestern abend wars dann endlich soweit. als ich nach der sprachschule in der 27. spielminute ins all in cafè kam, war ich ganz ehrlich überrascht, dass es noch nicht 2:0 gegen österreich stand, sondern ein 0:0 die leinwand zierte.

public-viewen

wir waren genau vier österreicher und damit leicht in der unterzahl. und was passierte im spiel? genau das, was alle (österreicher) gehofft aber keiner wirklich geglaubt hätte, ist nicht eingetreten. jetzt haben wir genau den umstand, der den geneigten österreichischen fußballfan am besten charakterisiert: hätte die österreichische mannschaft gestern gewonnen, wären es wir gewesen, die die deutschen besiegt hätten. so ist es aber weiterhin/wieder so, dass die mannschaft - sie - verloren hat.

heute morgen schrieb die französischsprachige luxemburgische (gratis-)zeitung l'essentiel über das gestrige spiel, dass deutschland zwar den aufstieg ins viertelfinale geschafft habe, aber im spiel gegen "co-organisator des turniers und historischen rivalen" österreich seinen status als titelanwärter noch nicht gefunden habe. historischer rivale - oder wie es auf französisch heißt rival historique, das klingt doch mal dramatisch!

einen verliererspruch muss ich zu guter letzt trotzdem noch loswerden: kein wunder, dass deutschland gewonnen hat! unter 80.000.000 menschen finden sich halt genau zehn mal mehr gute fußballer als unter 8.000.000. ist doch logisch, oder? ;)

gegen luxemburg würden wir (!) vermutlich sofort gewinnen! ;)

Donnerstag, 12. Juni 2008

mein MTT

in der zwischenzeit sind vier monate vergangen, seit ich von meinem on-arrival-training, berichtet habe. von letztem montag bis donnerstag war ich in larochette (sprich: laroschett) bei meinem midterm-training. das midterm-training ist das dritte von insgesamt vier seminaren bzw. trainings, die es rund um den EFD (zu machen) gibt.

die meisten volontäre beginnen ihren EFD entweder am 1. sept. oder am 1. feb. - das sind die stichtage für fast alle projekte; und damit auch der grund, warum beim midterm-training dieses mal viele leute dabei waren, die - so wie ich - im februar gekommen sind, damals ihr on-arrival-training und jetzt das midterm-training hatten. ich hab mich gefreut, "alte bekannte" wieder zu sehen und mich auszutauschen über den bisherigen verlauf unserer arbeit und ob das alles wirklich so (geworden) ist, wie erwartet/erhofft/befürchtet.

runde

wir waren eine kleine, überschaubare aber wieder sehr internationale gruppe (österreich, liechtenstein, deutschland, großbritannien, polen, türkei, griechenland, italien, frankeich, spanien und portgual) in der jugendherberge in larochette. wegen dem schönen wetter und weil ich alle volontäre schon kannte, kam ich mir während der vier tage wie auf einer landschulwoche vor: vormittags und nachmittags programm, jugendherberge, lagerfeuer...

lagerfeuer

larochette ist der ort mit der höchsten portugiesischen bevölkerung luxemburgs: 60% sind einwanderer. viele luxemburger nennen den ort deswegen portochette. ;) da verwunderte mich natürlich auch dieses regal beim einkaufen in einem (klarerweise portugiesischen) geschäft nicht:

portugal

während der vor- und nachmittage ging es darum, mithilfe unserer drei trainer/betreuer festzustellen, ob der EFD so verläuft, wie wir uns das vorgestellt hatten und ob und wie man dinge ändern kann, die nicht in ordnung sind. diskussionen und fragen zu luxemburg und seinen leuten und unserer integration, über versicherung und geld, unserem platz und dem wohlfühlgrad in unserm projekt standen im mittelpunkt.

auch fußball kam nicht zu kurz. am montag schauten wir bei 1-euro-bier am hauptplatz von larochette zu, wie der rückstand liams (kommt aus südtirol) italienischer mannschaft immer größer und liams freude am spiel immer kleiner wurde.

die volontäre aus der türkei ergün und onur, veranstalteten im rahmen ihres projektes einen öffentlichen türkischen abend, um den bewohnern die türkei mit länderpräsentation, musik und türkischen gerichten näher zu bringen. unsere ganze truppe kam zu diesem abend und labte sich zuerst an vielen informationen und bildern vom land und dann am türkischen essen. nach der picksüßen nachspeise entstand das foto von mir mit sandra aus deutschland und liam, dem südtiroler.

p_s_l

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